Die Lehrerinnen und Lehrer an den Musikschulen des Landes Kärnten fühlen sich den pädagogischen Grundsätzen des österreichweiten KOMU-Lehrplanes verpflichtet und integrieren diesen Tag für Tag in ihre Arbeit.

Vertrauensvolle und beständige Schüler-Lehrer-Beziehung

Auch wenn zunehmend neue Unterrichtsformen den traditionellen Einzelunterricht ergänzen: Eine wichtige Quelle positiver persönlicher und musikalischer Entwicklung der SchülerInnen an einer Musikschule ist eine persönliche, vertrauensvolle und beständige Beziehung zu ihren LehrerInnen.

 

Begeisternde und verantwortungsbewusste LehrerInnen

Gesangs-, Instrumental- und TanzschülerInnen brauchen LehrerInnen, die Begeisterung auslösen können und die eigene Freude an der Musik oder der Bewegung überzeugend vorleben. Gleichermaßen brauchen sie LehrerInnen, die respektvoll und sensibel mit den Bedürfnissen ihrer SchülerInnen umgehen und bereit sind, Mitverantwortung für deren Entwicklung zu übernehmen: Verantwortungsbewusste MusikschullehrerInnen fühlen sich einem pädagogischen Ethos verpflichtet.

 

Fehlerkultur

Musizieren, Singen und Tanzen sind höchst komplexe und daher störanfällige Tätigkeiten und die Aufführung vor einem Publikum kann unter einem gewaltigen Druck stehen (Stichwort „Lampenfieber“): Umso wichtiger ist es, gerade an Musikschulen von Anfang an einen positiven Umgang mit Fehlern zu entwickeln. Fehlerkultur bedeutet, Falschmachen nicht als Versagen oder Scheitern zu bewerten und mit Vorwurf, Ärger oder Verdrängung zu beantworten, sondern den Fehler als Informationsquelle und notwendigen Impuls für weitere Anstrengungen und Verbesserung zu betrachten.

 

Verstärkung des Positiven und konstruktive Kritik

LehrerInnen sollten SchülerInnen den Gefallen tun, stets das ihnen Bestmögliche zu erwarten. Sie sollten im Umgang mit den Leistungen der SchülerInnen vorzugsweise das Positive verstärken und dem Verbesserungswürdigen mit konstruktiver Kritik gegenübertreten.

 

LehrerInnen auch als BegleiterInnen und BeraterInnen

Musizieren und Tanzen lernen geschieht an einer Musikschule sowohl in formeller Weise (z.B. im systematisch aufbauenden Instrumental-, Gesangs- und Tanzunterricht) als auch im eher informellen Rahmen (z.B. Bandarbeit). Je nachdem wie die SchülerInnen selbst ihre Lernprozesse steuern, verändert sich auch die Rolle der LehrerInnen: Lehrende an der Musikschule sind nicht nur AusbildnerInnen, sondern auch BegleiterInnen und BeraterInnen.

 

Selbstständigkeit und Selbstbefähigung

Ohne die Bedeutung des Nachahmungslernens in bestimmten Lebensaltern oder Entwicklungsphasen in Frage zu stellen: Pädagogisches Ziel – auch in meisterklassenähnlichen Beziehungen – ist letztlich die musikalische und persönliche Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der SchülerInnen, gründend in deren Fähigkeit zur Kritik, zur Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion. Anzustreben ist die Selbstbefähigung der SchülerInnen, d.h. die Bereitschaft und das Vermögen, sich auch nach Ende des formellen Unterrichts weiter zu entwickeln.