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NEWS: Kinder- und Jugendstimmbildung
KINDERSTIMMBILDUNG AB 6 JAHREN
Seit Oktober 2006 und auf Initiative von Mag. Barbara Ladstätter, Leiterin des Kärntner Landesmusikschulwerkes, ist das Unterrichtsfach „Kinder- und Jugendstimmbildung“ Bestand des Unterrichtsangebotes an Kärntner Landesmusikschule mit Mag. Petra Schnabl-Kuglitsch als Fachgruppenleiterin. Ihr gemeinsames Ziel ist es, das Angebot der Einzelstimmbildung an Kärntens Musikschulen auszuweiten. Dabei erhalten die SchülerInnen 25 Minuten Einzelunterricht und 50 Minuten Gruppenunterricht.
KINDERSTIMMBILDUNG
Die Wurzeln der klassischen Gesangsausbildung von Kindern reichen sehr weit zurück. Bereits in der Antike finden sich Ansätze zur fachspezifischen Ausbildung der Kinderstimme. Hier waren es vor allem die Sängerschulen, wie z. B. die römische Schola cantorum, die Knaben im Kirchengesang schulten.
Die Gründung der mittelalterlichen Klosterschulen war Voraussetzung für das Heranbilden von geistlichem Nachwuchs, in dessen Ausbildung der liturgische Gesang wichtiger Bestandteil war. Die enge Verbindung Klosterschule-Klostermusik bestand zumindest bis in das 16. Jahrhundert hinein, in manchen Klöstern besteht die Kombination Klosterschule-Sängerknaben bis heute. Aber nicht die Klöster allein, auch weltliche Herrscherhäuser trugen zur gesanglichen Ausbildung der Knaben bei. Hof- und Kathedralkapellen verfügten meist über hochqualifizierte Ensembles und die Kapellknabenschulung war auf eine konzentrierte musikpraktische Förderung angelegt. Damit war der Grundstein für die Entstehung von Europas Knabenchören gelegt.
Im Gegensatz zu den Knaben- und Männerstimmen schloss man Mädchen und Frauen von der Kirchenmusik aus. Bis ins 16. Jahrhundert ist der Einsatz von Frauenstimmen im geistlichen Vokalbereich wissenschaftlich nicht eindeutig bestätigt. Mittlerweile existieren auch professionelle Mädchenchöre, die bezüglich ihrer Gesangsausbildung im Gegensatz zu den Teilnehmern der viel älteren Knabenchorinstitutionen nicht mehr benachteiligt werden wollen. Ihnen allen gemeinsam ist die fachspezifische Betreuung im Einzelunterricht, denn neben den Chorproben werden die Kinder ein- bis zweimal wöchentlich einzeln im Singen unterrichtet.
FÖRDERUNG & FORDERUNG
Kindgerechte, praxisorientierte Methoden des Gesangsunterrichtes stehen im Vordergrund, wobei alle Kinder im Rahmen ihres individuellen Leistungsvermögens optimal gefördert und auch gefordert werden.
Subtile, einfühlsame Methoden sind notwendig, um auf den jeweiligen Charakter, auf den jeweiligen Wissensstand und auf das Sozialverhalten jedes einzelnen Kindes eingehen zu können. Denn schon in diesem frühen Stadium zeigen sich jeweils ganz eigene Kinderpersönlichkeiten.
Dabei ermöglicht der Einzelunterricht das notwendige, individuelle, flexiblere Eingehen auf das Kind und somit ein substanzielleres Arbeiten als es etwa der Gruppenunterricht erlaubt. Kinder mit sozialer Hemmung profitieren ebenso wie Kinder mit gestärkter Präsentationsfähigkeit.
KINDER LERNEN SINGEN
Gerade die gesanglich unerfahrenen Kinder profitieren vom Unterricht besonders, da sie nach einiger Zeit singend integrationsfähig sowie integrationswillig werden. Sie müssen im Schulalltag nicht länger vom Singen ausgeschlossen werden bzw. sich gut gemeinten pädagogischen Integrationsversuchen aussetzen.
Denn die ungeübten Schülerinnen und Schüler hätten bei der allgemeinen Gesangserziehung vermutlich als „Untalentierte“ keine Weiterbildungschancen. Wie verschiedene Eltern aus ihrer eigenen Kindheit berichteten, galt für sie – die Untalentierten - : „Wenn wir heute singen, darfst du wieder trommeln!“
Wenn ein Kind trommeln muß, anstatt singen zu dürfen, dann bedeutet das einerseits zwar Integration, stellt aber gleichzeitig eine Form der Diskriminierung dar.
ERNST MACHT SPASS
Nudelsuppe mag ich nicht!“, hat vielleicht schon der kleine W. A. Mozart im Dreitonraum vor sich hingeträllert …
Ein vordergründiges Ziel der Kinderstimmbildung ist es, mit der nötigen Heiterkeit an die so genannte „Ernste Musik“ heranzugehen, denn … Kinder lieben Mozart!
EINZELVORBEREITUNG
Die Einzelbetreuung macht es möglich, Kinder für Solorollen in diversen Großprojekten vorzubereiten: Im Sommer 2006 wurden den „Kinder- und Jugendstimmen“ die Partien der „3 Damen“ sowie der „3 Knaben“ in der Produktion „Zauberflöte für Kinder“ im Carinthischen Sommer einstudiert.
Für das Konzert „Mendelssohn trifft Bernstein“, im April 2007 vom Kärntner Madrigalchor Klagenfurt veranstaltet, erfolgte die Einstudierung des „Boysolos“ in den „Chichester Psalms“ durch Petra Schnabl-Kuglitsch mit Moritz Grüninger, Agnes Schnabl und Martina Schnabl als SolistInnen.